Hervorgehobener Artikel

Herzlich Willkommen im anderland!

Im Anderland ist vieles anders – und manches doch genau so wie überall: In meinem Zettelkasten sammeln sich schlaue Sätze an, Gedankensplitter sind notiert auf Kassenzetteln – und warten auf den Tag, an dem aus ihnen was wird… Und bis dahin, veröffentliche ich sie hier. Mit der Einladung, sie zu kommentieren, die Gedanken weiter zu denken, links einzubringen – und gerne auch Quellenangaben zu ergänzen.

Zunehmend wird dieser Blog zu einem Präsentationsdisplay für das, was in meiner „Werkstatt“ am Entstehen ist: Schauen Sie sich um, werden Sie neugierig und fragen Sie nach!

Und natürlich gibt es auch noch eine statische Seite, auf der ich mein Angebot für systemisch-integrative Supervision, NLP-Coaching und Training ausführlicher vorstelle: www.anderland-supervision.de. Hier können Sie auch gerne meinen Newsletter abonnieren und über aktuelle Veranstaltungen informiert werden. Für die NLP-Seite meiner Arbeit steht www.nlp-bamberg.de.

Und inzwischen, im Januar 2016, wird es mir und meiner Arbeit hier zu eng. Ich fokussiere mich neu und führe, Schritt für Schritt, meine Internetpräsenz zusammen: www.kellner-rauch.de ist als meine „neue“ Seite am Werden. HIer bleibt der Zettelkasten als der dieser einfache wordpress-blog von Anfang gedacht war. Das heißt für Sie: Hier dürfen Sie nach Herzenslust stöbern und gucken und kommentieren.

Ich freue mich über Ihren Besuch in meiner Werkstatt und auf Ihre Anregungen, Nachfragen und Ideen! Und natürlich über Ihre Mail: kellner-rauch@anderland-supervision.de

Übrigens: Meine „Werkstatt“ gibt es seit September 2015 auch im Reallife!

2.1 Riemann-Thomann-Modell und die Archetypen

Ich habe dieses Riemann-Thomann-Modell mit vier Archetypen verbunden und sie den Polen dieser Matrix zugeordnet.

Die Kriegerin: Das Grundbedürfnis nach Distanz

 

Die Liebhaberin: Das Grundbedürnis nach Nähe

Das grundsätzliche Lebensgefühl der Liebhaberin ist das Vertrauen in die Welt und in die Anderen. Sie nimmt die Gemeinsamkeit mit Anderen wahr und richtet sich an den Anderen aus, orientiert sich an ihnen. Sie hofft in dieser Anpassung auf Anerkennung und Nähe, aus dem Erleben der Gemeinsamkeit findet sie Zufriedenheit und Glück. Konflikte wirken auf sie bedrohlich, stören das Gefühl der (friedhöflichen) Harmonie. Die Sehnsucht nach Kontakt treibt sie an.

Die Liebhaberin, die im Prinzip alles für andere tun würde, geht davon aus, dass andere Menschen auch so sind: Menschen kümmern sich umeinander, sorgen füreinander und sind nett zueinander. Diese Erwartung richtet sie bewusst und unbewusst an die Welt um sie herum.

Die Stärke der Liebhaberin ist ihr Einfühlungsvermögen und ihr guter Zugang zu ihrer eigenen Befindlichkeit. Sie geht auf andere Menschen zu, begrüßt sie freundlich und offen, will integrieren und will, dass sich Menschen wohlfühlen. In Gruppen fühlt sie sich wohl – und geht darin auf.

Und genau das ist ihr schwacher Punkt: Sie geht im Anderen auf, verliert sich im symbiotischen Kontakt – und deshalb tut es ihr so gut, wenn sie ich mit der Inneren Kriegerin beschäftigt und ausprobiert, ihre eigenen Interessen und Bedürfnisse in den Vordergrund zu stellen, um Unterstützung zu bitten und für sich selbst sorgen zu lassen.

 

Die Königin: Das Grundbedürfnis nach Dauer

Der Magier: Das Grundbedürfnis nach Veränderung

 

Anstiftungen. Oder: Anders leben im Anderland!

Anders leben im Anderland meint zu allererst: Du bist so frei, deine Wirklichkeit so wahrzunehmen wie sie Dir eben ist.

Der Satz „Eigentlich bin ich ganz anders, ich komm nur nicht dazu“ stimmt nämlich nicht: Genauso, wie Du jetzt gerade bist, bist Du. Jedenfalls jetzt und hier.

Tu doch einfach, was Du willst

Du hast Dein Leben in der Hand: Du kannst es so gestalten, wie Du wirklich! leben willst! Das ist Erfolg: Das zu tun, was man wirklich! wirklich will. Erlaube Dir, so zu leben, wie Du wirklich! leben willst!

Du brauchst Dich nicht zu verändern!

Du bist vollkommen in Ordnung, so wie Du bist: Du brauchst nicht mitmachen im Hype der ständigen Selbstoptimierung, des immer besser, immer achtsamer Werdens. Probier’s mal mit Sein! Du brauchst nicht zu meditieren, Sport zu treiben, Smoothies zu trinken – aber Du darfst das natürlich alles. Und: Wenn Du magst, darfst Du gerne auch ambivalent, unausgeglichen und unentschieden sein.

Lebe so unmöglich, wie möglich

Es ist gut, wenn Du eine Vision hast und weißt, was Du wirklich! willst, wenn Du Deine Werte, Glaubenssätze und deshalb-Ziele kennst. Das macht es Dir vielleicht einfacher, so zu leben wie Du willst und wahrscheinlich generiert das Sinn. Du darfst auch gerne viel arbeiten – Stress macht nämlich nicht „viel“ sondern „sinnlose“ Arbeit

Schau & hör & spür genau hin – und dann tu einfach nichts

In Problemen stecken die Lösungen, manchmal muss man sie mit viel Geduld hervor locken und v.a. muss man die Möglichkeiten, die da sind, sehen lernen. Du brauchst keine Angst haben vor dem was ist, auch nicht vor Deiner Angst und Deinen dunklen Stunden. Schau’s Dir an, bewundere es in seiner Schönheit und Hässlichkeit, ent-wickle das, was sich da zeigen will und schätze den Wert, den das hat. Dafür musst Du allerdings ziemlich wenig tun. Die Klärung und die Klarheit kommt aus der Ruhe, das Wahrnehmen der Wirklichkeit in Demut schafft Dir neue Perspektiven. Und dann kommt irgendwann auch wie von alleine die Handlungsenergie und die passenden Strategien dazu

Warum die Kriegerin in mir stärken?

Wahrscheinlich kennt jeder die Sorte Mensch, die, wenn sie in verantwortliche Positionen kommen, „Macht haben“ (oder glauben zu haben) ziemlich unausstehlich werden. „Hochnäsig“ oder „von oben herab“. Diese Menschen verwechseln so irgendwie Leitung und Führung mit „ich zeig euch mal, wie’s geht“ oder noch schlimmer „Jetzt zeig ich euch, wo der Hammer hängt!“.

Meiner Beobachtung nach, tun das gerade Frauen scheinbar passiv, nett und freundlich: Sie stehen nicht zu ihrer Leitungsmacht und zur Führungsverantwortung, nehmen die Rolle, die sie nun haben, nicht selbstbewusst ein, sondern verstecken sich so irgendwie hinter dieser Rolle, werden in ihrer Person, ihrer Stärke unsichtbar. Echter Kontakt mit ihnen ist dadurch schwierig. Kritik wird aus dieser – instabilen – Position heraus angstvoll abgewehrt, eigene – durchaus legitime – Bedürfnisse nach Anerkennung, Status und Gestaltungswille werden verleugnet und kommen durch die HIntertür, gerne ideologisch verbrämt („ich tu das ja nicht für mich“), und werden dadurch destruktiv.

Das ist für mich der Inbegriff nicht gelebter – oder unerlöster – Kriegerinnenenergie. Mir machen solche Menschen ein unangenehmes Gefühl – v.a., wenn sie mir in irgendeiner Art und Weise Vorgesetzte sind und ich mit ihnen zusammen arbeiten muss.

Wer den Inneren Krieger stärkt, übt sich darin, verantwortlich mit Macht umzugehen und in Entscheidungen klar und transparent zu agieren. Aufrechte Kriegerinnen entwickeln ein gutes „standing“, sind loyal ihrem Auftrag gegenüber, ihrem Auftraggeber und denen, für die sie arbeiten. Ihr Ja! ist ein wirkliches Ja! und ihr Nein! weiß, dass es ein (anderes) Ja! schützt!

Was Krieger brauchen (3 Innere Kriegerin)

Was nährt und stärkt den Krieger?

Kriegerinnen brauchen Übung und Erfahrung. In der Arbeit mit dem Schwert zum Beispiel. Aber auch in den „Kriegergeschichten“ der archetypischen und mythologischen Texte – und vielleicht auch in den spirituellen Traditionen?

Den Krieger stärkt es, wenn er seine Kriegerenergie lebt: kraftvolle, verantwortliche, klare Entscheidungen trifft, sein „Wollen“ und damit seine Aggression ausdrückt – und von Menschen umgeben ist, die das auch tun.

Sie brauchen einen Meister (den es im Außen geben kann, den es im Inneren aber sicher gibt)

Sie brauchen einen klaren Auftrag (das ist die Aufgabe der Königin), müssen sich immer wieder diesen Auftrag bewusst machen und im Kontakt mit diesem Auftrag sein (Schütze das Wertvolle, das Du bist) und die Fürsorge der Liebenden. Sie brauchen die geistvolle Ruhe des Magiers – und auch den Jahresurlaub in der Hängematte 🙂