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0.2 Wie kam es zu diesem Projekt des livebook?

Eine ungeheuere Zettelsammlung, Notizen, Entwürfe, Skizzen – und Menschen, die meine Workshops zur Inneren Kriegerin toll finden, das selbst ausprobieren und in ihren Arbeitsbereichen anwenden wollen. Das ist die eine Seite, von der aus, dieses livebook motiviert ist.

Und die andere Seite ist mein, zwar nicht übermäßig stark ausgeprägter, aber doch deutlich spürbarer, Hang zu Perfektion. Ich würde ja schon gerne dieses Konzept des Coaching für die Innere Kriegerin „aus meinem Kopf“ heraus „aufs Papier bringen“. Aber: Dafür fehlt mir die Zeit und die Disziplin. Vielleicht auch das Können. Was aber geht, ist es, immer wieder mal meine Notizen zu ordnen und daraus – kurze – Artikel zu schreiben. Ins Unreine, ohne Anspruch der Wissenschaftlichkeit, der Vollständigkeit, der Excellence. Kurze Artikel, die problemlos ergänzt werden können und die sich erst mit der Zeit zu einem Ganzen formieren müssen.

Für dieses Zusammenfügen der Teile zu einem verständlichen Ganzen bitte ich um Ihre Unterstützung: Kommentieren Sie die Artikel dieses Livebooks, stellen Sie Fragen, wo es (noch) unverständlich ist, lassen Sie mich teilhaben an Ihren Gedanken und Gefahrungen zu den Themen. Was ich Ihnen als Gegenleistung dafür anbieten kann? Wenn es denn mal fertig ist, dieses Nachdenken über das Coaching für die Innere Kriegerin, wird es ein ebook dazu geben. Oder zumindest ein formatiertes pdf. Das werden Sie dann natürlich bekommen. Gedruckt, gebunden und mit besonders herzlichen Grüßen.

Haben Sie Lust mitzuarbeiten an diesem Projekt? Ich würde mich freuen!

Tragen Sie sich auf www.kellner-rauch.de in den Newsletter für dieses Projekt ein – Sie bekommen dann regelmäßig Post von mir und können mit Ihren Kommentaren dieses Projekt vorantreiben, mich unterstützen und motivieren.

Das Assoziationsfeld Innere Kriegerin – Zitate (Übung Kriegerin)

Der beste Krieger ist der, der nicht kämpft (Jack Kornfield)

Um die Stille herum ist es laut

Wir suchen die Frieden in der Tat – nicht nach der Tat (Gandi: Es gibt keinen Weg zum Frieden. Der Frieden ist der Weg)

Mutig sind nicht die Menschen, die keine Angst kennen, vielmehr sind die Menschen mutig, die ihre Angst sehr gut kennen.

Der Krieger wird sein Schwert nicht ziehen, bevor er nicht versucht hat, seinen Gegner mit einer Blume zu entwaffnen (Winfried Wagner)

Wer kämpft kann verlieren. Wer nicht kämpft hat schon verloren (Bert Brecht)

Zuviel Sicherheit nährt unsere Ängste

Ich bin nicht traurig über meine Trauer…

Gib niemals einem Mann der nicht tanzen kann ein Schwert (keltisches Sprichwort)

Unsere größten Ängste sind wie Drachen, die unsere tiefsten Schätze bewahren (R.M. Rilke)

Wer nicht zuweilen zuviel und zu weich empfindet, der empfindet gewiss immer zu wenig (Jean Paul)

Gürtet euch mit den Waffen der Gerechtigkeit (Paulus)

Die meisten Menschen erachten ihr Leben entweder als Glücksfall (Gnade) oder als Übel (Schicksal), während der Krieger sein Leben als Herausforderung sieht (Jack Kornfield)

Die Schlachtfelder dieser Welt sind in unseren Herzen (H.W. Beecker)

Jedes Nein! braucht ein Ja!

Jedes Ja!, das eigentlich ein Nein! ist, nimmt mir einen Teil meiner Lebendigkeit

Gliederung

 

0.1 Wie kam es zur Idee des Coaching für die Innere Kriegerin?

0.2 Wie kam es zur diesem live-book-Projekt?

1. 0 Inneres Team: Nicht immer tutti!

2 Das Riemann-Modell

2.1 Das Riemann-Modell in der Metapher der Archetypen

2.2 Das Mindset der Liebhaberin

2.3. Das Mindset der Königin

2.4 Das Mindset des Magier

2.5 Das Mindset der Kriegerin

 

 

3 Die Kriegerin

3.1 Warum die Kriegerin in mir stärken?

3.x Die Energie der Kriegerin

3.x Krieger kämpfen?

3.x Was Krieger brauchen

3. x Das Schwert als Medium

 

 

Übungen für die Innere Kriegerin

Das metaphorische Lernmodell der Erlebnispädagogik

1 Präsenz

2 Standhaftigkeit

3 Aufrichtigkeit

4 Ausrichtung

5 Nähe und Distanz

6 Assoziationsfeld

7 Ein Schwert gereicht bekommen

 

Krieger kämpfen? (3 Innere Kriegerin)

Der beste Krieger ist der, der nicht kämpft

Den Kampf, den ein Krieger, eine Kriegerin zu allererst zu bewältigen hat, ist der Kampf mit sich selbst. Er muss bereit sein zum Abenteuer der Heldenreise und der zu werden, der er ist, um seine eigene Berufung zu finden, zu wissen was ihn antreibt, was ihn hemmt, was ihn nährt und stärkt, was ihm wirklich wichtig ist im Leben.

Der Kampf der Kriegerin ist zu allererst ihr (persönlicher) Reifungsprozess.

Die Kriegerin muss – in ihren „Erwachsen werden“ (oder soll ich lieber schreiben, „in ihrem Erwachen“) ihren Auftrag finden, der ja doch sehr unbequem sein kann, der vielleicht zu einem prophetischen Widerstand, zum „Gegen-“ aufrufen mag. Sie muss zu ihrem eigenen, aufrichtigen und kraftvollen Ja! dazu finden. Sie muss den Ruf zur Autonomie hören und lernen mit der Einsamkeit, die diese Unabhängigkeit mit sich bringt, zu leben, ohne zu verhärten. Der Teil im Menschen, der es gewohnt ist, im „fremden“ Auftrag zu handeln braucht Nähe und Führsorge, einen Ort, an dem seine Wünsche und Bedürfnisse im Mittelpunkt stehen. Er braucht die Energien der Liebenden, die ihn nähren, ihn stark und mutig machen.

 

Der Kampf der Kriegerin ist ihre starke Präsenz, die fähig ist zum Widerstand und zur Grenzsetzung

Das Aufstehen gegen das Unrecht und das Einstehen für das, was gut ist, geht nicht ohne Risiko. Es ist in gewisser Weise gefährlich. Solche Kämpfe besteht auch eine innere Kriegerin nicht ohne Schmerzen, Kränkungen und Verletzungen: Der Krieger ist nicht der Unberührbare, ganz im Gegenteil.

Seine Wachsamkeit erfordert Sensibilität für die Veränderungen um sich herum; er braucht Werte an denen er sein „geht“ und „geht nicht“ ableitet. Um das zu erkennen braucht die Kriegerin Ruhe, Zurückgezogenheit und genügend Zeit, um die Waffen der Wachsamkeit nieder zu legen.

Der Kampf der Kriegerin dient ihrem Auftrag: Schütze das Wertvolle, das Du bist!

Der „Gegner“ der Kriegerin ist nicht wirklich ein Außenstehender. Menschen, die meine Grenze verletzen sind eigentlich nur die Provokation, die Herausforderung, der Kriegerin: davon wird sie „heraus gerufen“, auf die Innere Bühne gebracht, in den Mittelpunkt gestellt, dadurch erhält sie die Dominanz in der Handlungsorientierung. Der Andere ist aber kein Feind – er ist die Einladung mit ihm zusammen etwas Neues zu erschaffen (Buber: Mit dem Anderen zusammen eine Welt erschaffen), kooperativ ein Ziel zu erreichen. Die Einladung – selbst gut verortet – seine Bedingungen, seine Vorstellungen, seine Pläne, seine Motivation, sein Sein kennen zu lernen und zu würdigen. In allem Anderssein, auch wenn es manchmal die eigenen Pläne stört. Dennoch: Darin gibt es keine Gewinner und Verlierer.

Damit die Kriegerin mit einem Anderen zusammen „eine neue Welt erschaffen kann“ muss sie in Kontakt mit sich selbst sein, in ihrer Mitte: voller Selbst-Bewußtheit, ihrer Intuition trauend. Der Kampf der Kriegerin vollzieht sich aus einer solchen, balancierten, zentrierten, dynamischen Stabilität heraus, macht sie fähig zur Empathie und stärkt ihre Intuition – verliert sie die, wird sie sich selbst zum Feind und wirkt destruktiv nach außen und nach innen.

Die Kriegerin kämpft nicht gegen etwas, sie kämpft für etwas!

 

Das Modell von Riemann (2)

In den 1950er Jahren entwickelte Fritz Riemann seine Idee der „Grundformen der Angst“: Vier Grundimpulse, die die Persönlichkeit eines Menschen prägen und sein Verhalten bestimmen.

Wer dazu mehr wissen mag, kann  in einer Folge von SWR-Wissen mehr dazu hören oder auch bei simplify nachlesen.

Prinzipiell hat jeder Mensch die Impulse von Nähe und Distanz, von Dauer und Veränderung in sich. Nach Riemann sind sie jeweils die Antwort auf bestimmte Ängste: Distanz ist ein emotionales Grundbedürfnis, das auf die Angst vor Nähe reagiert – und Nähe ist das Bedürfnis, das auf die Angst vor dem Alleinsein, der Einsamkeit antwortet. Und auch Dauer und Veränderung sind die beiden Pole einer Skala: Das Bedürfnis nach Stabilität und Dauer ist die Antwort auf die Angst vor Veränderung – und das Bedürfnis nach Veränderung beantwortet die Angst vor Stagnation.

Die meisten Menschen haben eine besondere Vorliebe innerhalb dieser Matrix, lebt eine „Seite“ besonders deutlich – und gerne.

Bei Riemanns Schilderung kommt man leicht in die Versuchung, diese Prägungen als Defizit zu betrachten – dabei stecken in diesen Verortungen, Prägungen enorme Ressourcen. Christoph Thomann erweitert dieses Modell in den 1980er Jahren zu einem Beziehungsmodell und schlägt die Brücke zu einem wirklich ressourceorientierten Umgang mit diesen vier „Typen“.

Sinnvoll ist es, sich mit allen vier Polen auseinander zu setzen, eigene Vorlieben kennen zu lernen und die jeweils andere Seite – die sich zunächst vielleicht als unangenehm, als „das bin ich nicht“ – auszuprobieren und zu erkunden.

Durch dieses Erkunden, Auseinandersetzen und Ausprobieren kann es zur Versöhnung mit dem jeweils Anderen kommen, zu einer Integration des Anderen, das manche auch als Schatten bezeichnen: Wenn ich als sehr näheorientierter Typ den Pol der Distanz erkunde, werde ich diese Seite an mir kennen lernen, sie vielleicht auch lieben lernen und werde so „ganzer“, vollständiger. Ich bin nicht nur auf den einen Pol fixiert, sondern kann mich auch „ganz anders“ verhalten, „ganz anders“ wahrnehmen, denken, empfinden. Und: Ich werde dann mit großer Wahrscheinlichkeit die Menschen, die mit Vorliebe in diesem anderen Pol unterwegs sind, weniger ablehnen, sie werden mir weniger fremd – eben näher.

Ich habe dieses Riemann-Thomann-Modell mit vier Archetypen verbunden und sie den Polen dieser Matrix zugeordnet.

 

 

 

 

Wie kam es zur Idee des Coaching für die Innere Kriegerin? (0 Vorwort – 1)

Die Idee vom „Coaching für die Innere Kriegerin“ ist im Lauf meiner Ausbildung zur Supervisorin, zum Coach und zur NLP-Trainerin entstanden. Das Zusammenspiel von intensiver Selbsterfahrung, dem Kennenlernen unterschiedlicher (kommunikationstheoretischer) Modelle, körper- und gestaltpädagogischer Methoden und der steten Frage „Was bedeutet das für meine Arbeit als Coach?“ floß in dieser – zunächst noch vagen – Idee zusammen und beschäftigt mich seit dem immer wieder.

Das Modell von Riemann, Teilearbeit und die Schwertarbeit, die ich v.a. im Aikido, aber auch bei Winfried Wagner, kennenlernte, fügt sich hier zusammen zu einer Metapher und einem Experimentierfeld. Es sind Versuche, Möglichkeiten, die sich immer neu anpassen und weiterführen lassen. Dazu mag ich Sie gerne einladen: Haben Sie Teil an dieser Entwicklung und tragen Sie das Ihre dazu bei!