Coaching für die Innere Kriegerin: Streitbare Thesen

Dieser Artikel ist ein Auszug aus einem Workshop-Bericht zur Inneren Kriegerin und die Einladung zur Diskussion!

Coaching nährt die Innere Kriegerin im Coachee und „füttert“ sie mit dem, was sie braucht um zu reifen und sich zu entwickeln. Es geht auch darum, ihr Anregung und Sicherheit zu geben, damit sie sich in seinen Schattenseiten begreifen lernt und ihre Energie kultiviert.

Dazu hier ein paar Schlaglichter – mit denen ich einladen mag, mit mir in meine Werkstatt zu gehen, zu experimentieren, zu diskutieren – und neugierig zu sein, was in der Diskussion und im Ausprobieren entstehen wird.

1. Der Auftrag: Die Integrität des Coachee schützen

Die Stimmigkeit zwischen persönlichem Wertessystem und dem eigenen Handeln, die Balance zwischen den Sinn- und den Sozialsystemen des Systemischen Hexagon, ist per Definition gefährdet und bedarf immer wieder dem sensiblen – und ab und an schützenden – Augenmerk. Coaching verwehrt sich aus diesem Grund allen – auch subtilen – Manipulations- und Korrumpierungstendenzen und ist solidarisch zur Werteorientierung des Coachee.

2. Das Starke würdigen und das Zarte finden

Coaching findet zwischen diesen beiden Polen statt: In der wirklichen Wertschätzung der erprobten und erfolgreichen Strategien einerseits und dem Erschließen „neuer“ Ressourcen, mit denen der Coachee weniger viel Erfahrung hat sie zu leben und in konkretes Handeln zu übersetzen. Den Prozess zugleich von diesem noch nicht Starken führen zu lassen und die Stärken zu stärken ist eine Kunst, die beiderseits Übung bedarf: sich dem Abenteuer anvertrauen und zugleich das Bekannte und Bewährte als notwendig für den Veränderungsprozess zu begreifen.

3. Grenzen wahren

Als Coach muss ich das gelten lassen, was „offensichtlich‘ ist, achtsam wahrnehmen, wie sich ein Mensch zeigen will – und darauf verzichten, verstehen zu wollen, zu diagnostizieren und mutzumaßen, was denn nun „wirklich“ dahinter steckt. Das braucht neben ein bisschen Selbstdisziplin auch ein starkes Bewusstsein für die Würde, die Gültigkeit, des Anderen. Der Coachee braucht nicht den Coach um leistungsfähig, kompetent und erfolgreich zu sein – und der Coach sollte nicht seinen Coachee brauchen, um sich kompetent und erfolgreich zu erleben.

4. Macht-bewusst sein

Mich erstaunt immer wieder das Tabu, dass um den Begriff Macht im Coaching existiert. Coaches haben Macht. Wer das leugnet läuft Gefahr, diesen Einfluss zu missbrauchen, über seine – in jedem Menschen vorhandene – Macht-Lust zu stolpern. Wenn Selbstmächtigkeit wesentliches Metaziel von Coaching ist, ist der Coachee auf einen macht-bewussten Coach angewiesen, der selbst-bewusst und mutig in Beziehung geht, der sich selbst als Teilmächtiger begreift und seine Nichtmächtigkeit wahrnimmt und lieben lernt. Für den diese Übung lebensprägend ist.

5. In (einsamer) Freundschaft mit mir selbst leben

Der Krieger kennt die Einsamkeit, die aus seinem Auftrag erwächst und die Sehnsucht: Der Krieger, der es gewohnt ist, im „fremden“ Auftrag zu handeln, braucht Nähe und Fürsorge; einen Raum, an dem seine Wünsche und Bedürfnisse im Mittelpunkt stehen, in dem er unverschämt stolz sein kann. Einen Ort, an dem seine – im Kampf entstandenen – Wunden versorgt werden und die Zeit, in denen sie ungestört heilen können. Klassischer Weise ist dieser Ort für den Coach die eigene Supervision.

Das ‚Coaching für die Innere Kriegerin‘ war und ist ein Experiment. Es ist zum einen – in der Arbeit mit dem Schwert – eine „Methode“ und zugleich der Entwurf eines Konzepts, aus dem sich Arbeitsprinzipien ableiten lassen, die unabhängig sind von diesem Medium. Experimentell muss es bleiben – weiter gedacht werden soll es. Und dazu lade ich Sie ein: Ich bin neugierig, was Sie erzählen möchten von Ihren Kriegerinnen-Erfahrungen als Coach und als Coachee und freue mich auf Ihre Rückmeldung zu den Schlaglichtern.

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