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„dass Auschwitz nie wieder sei“

Das ARD-Video mit dem Kommentar von Anja Reschke zum gestrigen Holocaust-Gedenktag wurde heute auf meiner (privaten) Facebookseite von so vielen so verschiedenen Menschen geteilt, dass es für mich heute mehr als „nur privat“ ist.

Der Kommentar von Anja Reschke beeindruckt mich und berührt mich in meiner Idee vom Anderland. Adornos Diktum „dass Auschwitz nie wieder sei“ als allererste Forderung an Erziehung (und ich möchte ergänzen: an jeden förderlichen Umgang mit Menschen) bewegt mich in meinen verschiedenen Arbeitsbereichen, ist vielleicht sogar meine unbewusst mitlaufende Grundmotivation: Menschen zu unterstützen im Widerstand gegen menschenverachtende Strukturen und Verhaltensweisen; das stete Ringen darum, menschliche Würde und Integrität zu bewahren, zu schützen, im Angesicht diverser „Marktgängigkeit“… 


Ich beziehe meine Identität nicht aus der Scham über die „in ihrer Abartigkeit so einzigartigen“ Verbrechen – wohl aber ist die trauernde Erinnerung an die über 6 Millionen jüdischer Menschen, an die abertausenden Menschen mit Behinderung, die Homosexuellen, die Sinti und Roma, an diese gewaltsam in ihrer wunderbaren Einzigartigkeit und unantastbaren Gültigkeit geschändeten Lebensgeschichten wesentlicher Teil meiner Identität, prägt meine Werte und – so hoffe ich – mein Handeln.

Und das ist (nicht nur) privat.

 

Der sokratische Eid der Pädagogen (Hartmut von Hentig)

Als Lehrer und Erzieher verpflichte ich mich,

  • die Eigenart eines jeden Kindes zu achten und gegen jedermann zu verteidigen;
  • für seine körperliche und seelische Unversehrtheit einzustehen;
  • auf seine Regungen zu achten, ihm zuzuhören, es ernst zu nehmen;
  • zu allem, was ich seiner Person antue, seine Zustimmung zu suchen, wie ich es bei einem Erwachsenen täte;
  • das Gesetz seiner Entwicklung, soweit es erkennbar ist, zum Guten auszulegen und dem Kind zu ermöglichen, dieses Gesetz anzunehmen;
  • seine Anlagen herauszufordern und zu fördern;
  • seine Schwächen zu schützen, ihm bei der Überwindung von Angst und Schuld, Bosheit und Lüge, Zweifel und Misstrauen, Wehleidigkeit und Selbstsucht beizustehen, wo es das braucht;
  • seinen Willen nicht zu brechen – auch nicht, wo er unsinnig erscheint; ihm vielmehr dabei zu helfen, seinen Willen in die Herrschaft seiner Vernunft zu nehmen; es also den mündigen Verstandesgebrauch und die Kunst der Verständigung wie des Verstehens zu lehren;
  • es bereit zu machen, Verantwortung in der Gemeinschaft und für diese zu übernehmen;
  • es die Welt erfahren zu lassen, wie sie ist, ohne es der Welt zu unterwerfen, wie sie ist;
  • es erfahren zu lassen, was und wie das gemeinte gute Leben ist; ihm eine Vision von der besseren Welt zu geben und die Zuversicht, dass sie erreichbar ist;
  • es Wahrhaftigkeit zu lehren, nicht die Wahrheit, denn „die ist bei Gott allein“.

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Herzlich Willkommen im anderland!

Im Anderland ist vieles anders – und manches doch genau so wie überall: In meinem Zettelkasten sammeln sich schlaue Sätze an, Gedankensplitter sind notiert auf Kassenzetteln – und warten auf den Tag, an dem aus ihnen was wird… Und bis dahin, veröffentliche ich sie hier. Mit der Einladung, sie zu kommentieren, die Gedanken weiter zu denken, links einzubringen – und gerne auch Quellenangaben zu ergänzen.

Zunehmend wird dieser Blog zu einem Präsentationsdisplay für das, was in meiner „Werkstatt“ am Entstehen ist: Schauen Sie sich um, werden Sie neugierig und fragen Sie nach!

Und natürlich gibt es auch noch eine statische Seite, auf der ich mein Angebot für systemisch-integrative Supervision, NLP-Coaching und Training ausführlicher vorstelle: www.anderland-supervision.de. Hier können Sie auch gerne meinen Newsletter abonnieren und über aktuelle Veranstaltungen informiert werden. Für die NLP-Seite meiner Arbeit steht www.nlp-bamberg.de.

Und inzwischen, im Januar 2016, wird es mir und meiner Arbeit hier zu eng. Ich fokussiere mich neu und führe, Schritt für Schritt, meine Internetpräsenz zusammen: www.kellner-rauch.de ist als meine „neue“ Seite am Werden. HIer bleibt der Zettelkasten als der dieser einfache wordpress-blog von Anfang gedacht war. Das heißt für Sie: Hier dürfen Sie nach Herzenslust stöbern und gucken und kommentieren.

Ich freue mich über Ihren Besuch in meiner Werkstatt und auf Ihre Anregungen, Nachfragen und Ideen! Und natürlich über Ihre Mail: kellner-rauch@anderland-supervision.de

Übrigens: Meine „Werkstatt“ gibt es seit September 2015 auch im Reallife!