Schlagwort-Archive: Verwirrung

Mein Coach ist ein Alien

Ich sitze gerne in Cafès. Bevorzugt alleine. Besonders im Sommer, draußen. Da macht es mir ein großes Vergnügen, den Menschen zuzuschauen, die auf der Straße vorbei gehen und meinen Gedanken nachzuhängen. Ich liebe den Klangteppich, der sich aus den Gesprächen der anderen Gäste, dem Gebrumme der Kaffeemaschine und den Geräuschen der Stadt webt. Der herbe Geschmack des Kaffee Creme entspannt mich in Sekundenschnelle und lässt mich tief durchatmend zurücklehnen.

Da freu‘ ich mich an dem liebevollen und zugleich stolzen Blick der Mutter, die ihrem Baby im Kinderwagen den Schnuller in den Mund steckt und schau ein bisschen belustigt (und vielleicht auch etwas schadenfroh) dem jungen schlaksigen Mann zu, der einen riesigen Stapel Bücher balanciert und auf dem Weg in die Unibibliothek ist. Abschlussarbeit. Der hat wohl ganz schön Stress. Ein bisschen wenig geschlafen in letzter Zeit. Die Schatten unter seinen Augen sprechen Bände. Weiterlesen

Manchmal dauert’s ein bisschen… | Ein Weihnachtsbrief

Wer mich kennt, ist es gewohnt, auf Briefe und Grüße von mir länger zu warten. Leider.

Ich hatte mich dieses Jahr richtig gefreut auf das Weihnachtsgrüße schreiben – bei jeder neuen Karte, die ich aus dem Briefkasten gefischt habe und dem ausführlich zelebrierten Lesen und dem mich dankbar in die wunderbaren Weihnachtswünsche Einschmiegen, wuchs meine Lust an den Weihnachtstagen zu schreiben.

Tja, dann kam der Heilige Abend und die Feiertage – und in mir war es einfach nur stumm. Keine Ah­nung, was ich hätte schreiben können. Stimmig wäre es gewesen, weiße leere Blätter zu verschicken. Das hab ich mich dann allerdings doch nicht getraut. Wahrscheinlich hätte es dazu ja auch einen längeren Kom­mentar gebraucht: warum, weshalb, weswegen. Ist ja auch nicht Sinn der Sache.

Das hat mich ordentlich verwirrt – und so irgendwie war in mir da so eine Ahnung, dass das gewaltig viel mit Weihnachten zu tun hat: Einfach mal die Klappe halten und sich wundern. Man könnte natürlich auch sagen: Angesichts des Geheimnisses schweigen und staunen. Nur blöd, dass „Klappe halten“ und gleichzei­tig Weihnachtsgrüße verfassen nicht ganz so einfach ist. Das wird zu leicht zu theologensoßig. Das überlasse ich mittlerweile lieber anderen. Weiterlesen

Niemand hätte jemals den Ozean überquert, hätte er die Möglichkeit gehabt, bei Sturm das Schiff zu verlassen (Charles F. Kettering)